Feuerwehrleute in Österreich kämpfen gegen Eis

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Das Gegenteil von Feuer ist Eis und manchmal müssen sich Feuerwehren auch damit beschäftigen. Ende November 2014 hielt ein Blitzeis eine ganze Region in Österreich gefangen. 1300 Einsätze wurden am Ende verzeichnet, als das Waldviertel unter einem ungewöhnlichen Eisregen zu leiden hatte. Vor allem der Bezirk Zwett war betroffen, hunderte Bäume brachen unter den Eismassen zusammen, sogar solche mit einem Meter Stammdurchmesser. Tiefe Temperaturen bei gleichzeitig hoher Luftfeuchtigkeit führten dazu, dass sich dicke Schichten von Raureif gebildet hatten.

Eine der Hauptaufgaben der Wehren war es, Straßen, Hausdächer und Garagen von den Bäumen zu befreien. Zum Teil mussten die Retter sich von Gemeindeverwaltungen und Bauunternehmen Bagger ausleihen, um die Eisschicht von den Straßen zu kratzen. In der Nationalparkgemeinde Hardegg waren zeitweise 60 Menschen ohne Strom, die Feuerwehr sorgte hier für die Versorgung mit Energie und Trinkwasser. sogar eine Sprenggruppe wurde eingesetzt, um umgefallene Bäume zu entfernen. 82 Feuerwehren waren insgesamt im Einsatz. Dutzende Stromleitungen waren unter der Eislast abgerissen. 250 Monteure der Elektrizitätswerke waren rund um die Uhr damit beschäftigt, die Leitungen wieder zu reparieren. Zeitweise überlegte man einen Katastrophenhilfszug zu alarmieren, um weitere 5000 Kräfte bereit zu haben. In der Steiermark waren 600 Haushalte ohne Strom. In vielen Gemeinden mussten für einige Tage die Schulen geschlossen werden, weil zum einen Straßen nicht passierbar waren oder wegen der Stromprobleme die Heizungen nicht liefen.

Die Katastrophe erinnerte an ein ähnliches Ereignis in Slowenien im gleichen Jahr. Hier halfen 120 Feuerwehrleute aus Österreich mit 23 Notstromaggregaten aus, nachdem ebenfalls Eisregen den Ort Vitanje und ein Krankenhaus lahmgelegt hatte. Dank der Nachbarschaftshilfe konnten 25.000 Einwohner sich wieder über eine Heizung und Trinkwasser freuen. Zur Kommunikation musste man ein eigenes Netz aufbauen, zum Teil über Satellit. Insgesamt waren damals 200.000 Menschen vom Eisregen und den damit verbundenen Stromausfällen betroffen, der Schaden an Stromleitungen und Häusern ging in die Millionen.