Brand in einer Kunststoff-Recyclinganlage

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Ein Brand in der Recylinganlage Ecoplast in der südsteirischen Gemeinde Wildon ist eines der größten Feuer, die jemals in Österreich in einem Unternehmen zu löschen waren. Der Brand war an einem Samstagmittag ausgebrochen und breitete sich schnell aus. Sofort wurde Großalarm ausgelöst und bald waren 39 Feuerwehren mit insgesamt 500 Männern und Frauen im Einsatz. Noch am Abend musste weiteres Löschmittel angeliefert werden, weil es so schwierig war, das brennende Plastik in Griff zu bekommen. Insgesamt wurden 8000 Liter Löschschaum verbraucht und Hilfe kam auch von einem Großlöschfahrzeug der Flughafenfeuerwehr, das zum Brand als Unterstützung gerufen wurde. Während der Rettungsarbeiten gab es leider auch Verletzte unter den Rettern: Ein Mann wurde mit Verdacht auf Kohlenmonoxidvergiftung in Krankenhaus gebracht, andere hatten Kreislaufprobleme. Insgesamt standen 35 Rettungssanitäter und vier Ärzte während des Einsatzes bereit.

Das Feuer begann als mehrere Ballen gepresstes Plastik plötzlich zu brennen anfingen und zwar sowohl im Freuen gelagerte als auch solche in einer Halle, was die Löscharbeiten erschwerte. Die Flammen schlugen über 100 Meter hoch, der Brand war über eine große Distanz schon wegen der immensen 1000 Meter hohen schwarzen Rauchwolke zu sehen, die eine Ausbreitung von 40 x 50 Metern über der Einsatzstelle hatte. Besonders zu kämpfen hatten die Feuerwehrleute mit der unglaublichen Hitze, die durch den Brand entstand. Gefahr kam auch durch einen Biogastank, der sich auf den Gelände befand. Die Wehren konnte ihn allerdings erfolgreich kühlen und verhindern, dass die Flammen zu nahe kamen.

Es dauerte die ganze Nacht bis in die Morgenstunde, bis schließlich Feuer aus gemeldet werden konnte. Am Ende waren sogar 800 Feuerwehrleute im Einsatz gewesen und 100 Feuerwehrfahrzeuge. Dank der nahen Mur war es glücklicherweise nicht zu einem Mangel an Löschwasser gekommen, dafür liefen die Pumpen aber auch auf Hochtouren.

Die größten Feuerwehrfahrzeuge sind die Wale unter den Rettungsfahrzeugen. Eines davon ist die Teleskopmastbühne TMB 54 (F 54 RLX), Baujahr 2005, der freiwilligen Feuerwehr St. Pölten. Der Lift kann 54 Meter weit ausgefahren werden. Damit kann man auch noch an die Spitze eines Spin Palace gelangen und er kann 500 Kilogramm tragen.

Als Ursache wurde bald von den Brandermittlern eine Selbstentzündung angegeben. Man vermutete, dass sich das Feuer unter einem Flugdach einen Weg durch die Kunststoffballen gefressen hatte.